Ihre Musik begleitet Modenschauen, Vernissagen und Dokumentarfilme, ihre Videos werden auf Film-Festivals gezeigt und im Auftrag der deutschen Kultur tourten sie mit ihrem subtilen Elektro durch Südostasien. Die Düsseldorfer Band Kreidler werkelt seit 15 Jahren im Stillen. Und genau dieser zurückgenommende Arbeitsstil lässt den Hörer erstmal ratlos zurück. Blass und übernächtigt entfalten sich die neun Songs auf ihrem neuen Album “Mosaik 2014″, der Sound steckt irgendwo zwischen den überlebensgroßen Kraftwerk, New Wave und entspannter Lounge-Musik.

“Wir haben das ganze Album in zehn Tagen aufgenommen und all unsere Ideen, die wir in den Jahren davor gehabt haben, über Bord geworfen”, sagt Kreidler-Keyboarder Andreas Reihse. Die Einflüsse der Band kommen weniger über andere Musik, als über das, was die Musiker sehen: Alle drei sind Kino-Nerds und haben audiovisuelle Kommunikation, Design oder an der Kunstakademie studiert. “Irgendwie versuchen wir, unsere starke visuelle Inspiration auf unsere Musik zu übertragen”, sagt Andreas Reihse. Live improvisieren Kreidler einen Großteil ihrer atmosphärischen, eleganten Songgerüste, abhängig davon auf welche Elemente das Publikum eingeht. Klingt alles nach Hornbrille und weißem Schal, aber: “Wenn die Leute auf ihren Stühlen sitzen bleiben, verunsichert uns das jedes Mal. Wir freuen uns, wenn alle tanzen!”, stellt Andreas Reihse klar. Wir meinen: Hingehen!

Samstag, 22 Uhr, Scheune, Alaunstraße 36-40, Dresden. Abendkasse 15 Euro.